Ökonomie des Studierens
Da man genau genommen die Zeit an sich nicht managen kann, haben die Methoden des ZeitManagements zum Ziel, den Umgang mit der Zeit zu verbessern. Es geht also darum, wie man seine zur Verfügung stehende Zeit optimal verwaltet.
Aufwand und Ertrag im Studium
Als Student, insbesondere wenn man neben dem Studium arbeitet, ist man dazu gezwungen, den Aufwand und Ertrag für im Studium anfallende Aufgaben gegenseitig abzuwägen:
Wie viel Zeit investiere ich...
...in eine HausArbeit oder ein ["Referat"], deren Note für mich bedeutungslos ist?
- ...in ein Referat, das ich aus Interesse am Thema halte, ohne auf den Leistungsnachweis angewiesen zu sein?
- ...in Vor- und Nachbereitung einer Vorlesung, in der ich (in nächster Zeit) nicht geprüft werde (Klausur, Kolloqium o.ä.)?
Dieser Zwang der Arbeitsökonomie macht auf der einen Seite Formen von Zeitmanagement notwendig, kann aber, wenn ZeitManagement als maximale Reduktion von Arbeits- und Zeitaufwand verstanden wird, sich als Schuss nach hinten erweisen:
Problematik einer Ökonomie des Studierens
Eine solche Reduktion ist, wenn sie in übertriebenem Maße angewendet wird, letztendlich kontraproduktiv, da ab einer gewissen Reduktionsintensität der Ertrag stark sinkt. Vor dieser Problematik warnt Werner Sesink in DasBuch (vgl. Sesink, 2003, S. 49ff.), insbesondere für den Fall, in dem der Ertrag sich ausschließlich auf den "vorweisbaren Studienerfolg" (Sesink, 2003, S. 50) bezieht, also durch "Scheine, Zertifikate, bestandene Prüfungen" (ebd.). Sesink erklärt diesen Zusammenhang an einem Beispiel:
Wenn man ein Treppenhaus putzen muss, dann kann man diese Arbeit gut einschätzen und sich vornehmen, diese beispielsweise in einer halben Stunde zu erledigen. Je nachdem, ob man Spaß an der Tätigkeit hat oder nicht, wird sich diese subjektiv ewig in die Länge ziehen oder wie im Fluge vergehen. Das Bearbeiten einer Thematik für eine [:KategorieWissenschaftlicheArbeit:wissenschaftliche Arbeit] (HausArbeit o.ä.) kann man dagegen in dieser Form nicht planen und sich nicht vornehmen, dies in einem bestimmten Zeitraum zu erledigen. Denn die dafür notwendige Zeit hängt maßgeblich von der Zeit ab, die man während seines Studiums beispielsweise in ähnliche Themen investiert hat:
"Wenn Sie sich dagegen darauf beschränkt haben, nur immer das Notwendigste zu tun, um ihre Leistungsnachweise gerade so zu ergattern, dann wird Ihnen das Wenige, das Sie noch tun, umso schwerer fallen" (Sesink, 2003, S. 50), da...
- ...kein persönliches Interesse an einem Thema besteht, das man ausschließlich wegen des benötigten Scheins bearbeitet, erscheint diese Thema trocken und langweilig und man kommt nicht so recht voran.
- ...einem bestimmtes Wissen fehlt, sodass man häufiger das Gefühl hat, irgendwie nur Bruchteile des Themas verstanden und die Aufgabe ebenso nur zu Teilen zufriedenstellend gelöst zu haben.
- ... eigene Qualitätsmaßstäbe für das eigene wissenschaftliche Arbeiten nicht existieren. Somit bezieht man die einzige Befriedigung aus der Rückmeldung des Dozenten nach Abschluss der Arbeit und nicht schon während des Schreibens der Arbeit, beispielsweise durch die persönliche Einschätzung, dass ein gerade fertig gestellter Abschnitt besonders gelungen ist. Andernfalls lässt man sich die Chance entgehen, sich durch solche Erfolgserlebnisse intrinsisch (also aus sich selbst heraus) motivieren zu können.
Warum ZeitManagement dennoch sinnvoll ist
In diesem Kontext dürfen die ZeitManagement-Methoden nicht unter dem Aspekt übertriebener Arbeitsökonomie betrachtet werden, die einzig und allein darauf abzielen, einen Leistungsnachweis mit möglichst wenig Arbeit zu erhalten, sondern als Erleichterung für die Organisation einer [:KategorieWissenschaftlicheArbeit:wissenschaftlichen Arbeit], die letztendlich dazu führt, dass es aus einem sinnvolle Zeit- und Arbeitsersparnis zu einer Steigerung der Qualität des [:KategorieWissenschaftlicheArbeit:wissenschaftlichen Arbeitens] und höherer Motivation an der Arbeit kommt:
"Am effektivsten ist die Arbeit im Studium, wenn sie Spaß macht. Warum aber sollten Sie darauf erpicht sein, etwas zu minimieren, was Spaß macht?" (Sesink, 2003, S. 50)
Praktische Erfahrungen zur Theorie
Wer Erfahrungen mit dieser Methode hat, möge es bitte an dieser Stelle festhalten!
