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Historische Quellen
Einleitung
Spricht man von Quellen, so ist dies differenziert zu betrachten. Im allgemeinen Sinne wird jegliche im wissenschaftlichen Arbeiten verwendete Literatur als Quelle bezeichnet. Dies ist jedoch nicht in allen Wissenschaften der Fall. Betrachtet man sich die Geschichtswissenschaft, so fällt auf, dass hier ein strenger Unterschied zwischen allgemeiner Literatur sowie Quellen gemacht wird (man spricht hier u.a. auch von Primär- ,also Quellen, und Sekundär-, also andere Schriften, -Literatur). Was nun Darstellung ist bzw. was Quelle ist und wie Darstellung und/oder Quelle zitiert wird, soll hier erklärt werden.
Literatur (oder auch Sekundärliteratur): Als Literatur bezeichnet man unter Historikern alle nicht zu den Quellen zählenden Schriften. Diese wären u.a.:
- Monographien (ein Autor schreibt zu einem Thema);
- Sammelbände (Sammelband verschiedener Aufsätze zu einem Thema);
Aufsätze (in Sammelbänden oder Zeitschriften erscheinende Aufsätze zu einem Thema). (siehe hierzu u.a. FußNote)
Quellen: Quellen lassen sich nicht ohne weiteres so pauschal untereilen wie "Literatur". Hierzu ist es nötig, einen Exkurs zu unternehmen.
Es gibt verschieden Arten der "Quellenkunde", die sich mit den verschiedenen "Quellen" beschäftigen. Bei dieser Aufzählung möchte ich Ahasver von Brandts "Werkzeug des Historikers" folgen:
Quellengruppen
I. Quellengruppe (vorwiegend schriftliche Geschichtsquellen):
1. Allgemeine Quellenkunde
Die Lehre von Quellen, insbesondere von schriftlichen Quellen.
2. Paläographie (Schrift-Kunde)
- Die Lehre der schriftgeschichtlichen Entwicklungsformen.
3. Geschäftsschriftgut (Urkunden und Akten)
- Die Lehre des Geschäftsschriftgutes, wegen der besonderen Bedeutung und manigfacher Ausbildung.
II. Quellengruppe (vorwiegend bildlich/plastische Geschichtsquellen):
4. Heraldik (Wappenkunde)
- Die Lehre von der mittelalterlichen Symbolform zur Unterscheidung gesellschaftlicher und genealogischer Gruppen.
5. Sphragistik (Siegelkunde)
- Die Lehre vom wichtigsten Beglaubigungsmittel schriftlicher Dokumentationen.
6. Numesmatik (Münzkunde)
- Die Lehre von Münzen und vom Geld als historische Quellen.
(aus: Brandt, Ahasver von: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften. Stuttgart 1998. S. 5-6, 20-21.)
Quellentypen
Da nun geklärt ist, welche Arten von Quellen es gibt, muss noch eine wesentliche Unterscheidung aufgenommen werden: Alle Quellen lassen sich in "Überreste" sowie "Tradition" aufteilen. Dies soll abschließend eine Unterscheidung erfahren:
Überreste:
Zu Überresten wird all jenes Quellenmaterial gezählt, welches unmittelbar von historischen Ereignissen berichtet, aber nicht zum Zwecke der Überlieferung geschaffen ist. So etwa Sachüberreste (körperl. Überreste, Bauwerke, Geräte, Erzeugnisse von Kunst, Gewerbe usw.), Abstrakte Überreste (weiterexistierende oder überlieferte Instiutionen, Rechts- und Verfassungszustände usw.) und Schriftliche Überreste (Geschäftliche oder private Schriften, die aus den Bedürfnissen der Situation heraus entstanden sind). Die schriftlichen Überreste stellen für die Historiker den weit größten Bestand an Quellen dar.
Tradition:
Zur Tradition zählen all jene Quellen, die zum Zwecke der Unterrichtung geschaffen wurden. Zu diesn sind u.a. Annalen, Chroniken, Bio- u. Autobiographien, Sage, Lied oder Erzählung.
Problematiken
Eine unter vielen Problematiken stellt jene dar einzuordnen, was denn nun das vorliegende Schriftstück darstellt, ob es eine Quelle oder eine Darstellung ist. Es kann so zum Beispiel vorkommen, dass eine Darstellung, ist zu unter bestimmten Einflüssen und Gegebenheiten entstanden, die behandelt werden sollen, selbst zur Quellen wird. Daher ist stets zu beachten:
ACHTUNG: Es ist bei allen Quellen zu beachten, dass sie mit höchst kritischem Blick behandelt werden! Daher ist es von Nöten zu erst die Frage an die Quelle zu stellen, um deren Wert einschätzen zu können: Wer hat was, wann und zu welchem Zweck geschrieben.
Zur Kenntlichmachung/Zitation/Angabe im LiteraturVerzeichnis siehe u.a.: QuellenAngabe
