Rationalitätspostulat

Das Rationalitätspostulat stellt grundlegende Ansprüche an WissenschaftlichesArbeiten auf. In der Wissenschaftsgemeinschaft besteht weitestgehend Einigkeit über diese drei Regeln des Rationalitätspostulats. In weitergehenden Regeln herrscht allerdings von Theorieansatz zu Theorieansatz bzw. WissenschaftsTheorie zu Wissenschaftstheorie Uneinigkeit auf vielen Ebenen. Zum Beispiel werden an QualitativeForschung andere Ansprüche gestellt als an QuantitativeForschung.

Die drei Forderungen des Rationalitätspostulats sind im einzelnen:

  1. Präzision
  2. Intersubjektivität
  3. Begründbarkeit

1. Präzision:

Hierbei geht es um sprachliche Klarheit und Genauigkeit als auch die Einhaltung logischer Kriterien. Der Wissenschaftler sollte versuchen, seine Aussagen möglichst sprachlich genau und gleichzeitig eindeutig zu formulieren. Logikfehler sollten dabei tunlichst vermieden werden.

Da in unserer Alltagssprache viele Mehrdeutigkeiten und Ungenauigkeiten stecken, verwendet jede Wissenschaft ihre eigene Wissenschaftssprache und definiert ihre eigenen Fachbegriffe. Diese wiederum können von Wissenschaft zu Wissenschaft variieren. Z.B. versteht die Soziologie unter dem Begriff „sozial“ etwas anderes als die Pädagogik oder der Otto Normalverbraucher. So wird im Gegensatz zu beiden letztgenannten in der Soziologie auch ein Krieg als soziale Beziehung bezeichnet.

2. Intersubjektivität:

Wie man schon aus dem Begriff erahnen könnte (Intersubjektiv = zwischen den Köpfen), geht es hierbei darum, dass Wissenschaft (zumindest vom Prinzip her sogar) für alle Menschen nachvollziehbar sein muss. Erst so wird wissenschaftlicher Diskurs überhaupt möglich. Andere müssen die Möglichkeit bekommen eine Theorie oder wissenschaftliche Arbeit zu kritisieren, indem Sie versuchen unsere Begründung nachzuvollziehen und mögliche Fehlerquellen zu entdecken. D.h. „jede empirische Prüfung einer Aussage muss für andere Forscher nachvollziehbar sein [sic].“ (["Schumann1999"], S.7)

„Wer versichert, zu einem bestimmten Ergebnis gekommen zu sein, welches andere beim Einsatz gleicher Methoden nicht bestätigen können, der arbeitet nicht wissenschaftlich [oder dessen Messmethoden sind nicht reliabel]“ (QuelleFehlt). Aus diesem Grund muss man die Begriffe definieren, gewählte Methoden genau beschreiben und die Operationalisierung offen legen.

3. Begründbarkeit:

Im Gegensatz zu subjektiver Meinungskundgabe muss ein Wissenschaftler sprachlich und logisch möglichst präzise formulierte Gründe und Argumente für seine Ansichten anführen. Hierbei kann es sich sowohl neben der sprachlichen Verdeutlichung auch um Daten und Statistiken handeln. Die Art der Begründung variiert dabei in ihren Schwerpunkten je nachdem welchem Theorieansatz bzw. welchem Wissenschaftskonzept ein Wissenschaftler anhängt.

So ist z.B. in der empirisch-quantitativen Forschung der Begründungszusammenhang für die Beurteilung des Wahrheitsgehaltes einer Theorie bzw. Hypothese ausschlaggebend. Mit Begründungszusammenhang sind hierbei die methodologischen Schritte gemeint die man begangen hat, um eine Hypothese zu falsifizieren. (Vgl. ["Schumann1999"], S.15)

Diskussion

Auf wen geht das Rationalitätspostulat denn zurück? Ist das KarlPopper oder früher? -- 85.176.225.199 DateTime(2007-08-27T10:41:09Z)

Also so weit ich weiss geht es auf Karl Popper zurück. Er hat es aber vielleicht nicht zu 100% erfunden, dafür aber umso energischer vertreten während dem Werturteilsstreit in der Wissenschaft. ArnoldSchumacherDateTime(2008-04-04)

Quellen


KategorieWissenschaftlicheArbeit

Rationalitätspostulat (last edited 2008-04-16 16:00:15 by UweBoettcher)