Kontroverse Diskussionen zum Web 2.0
Dikussionswürdige Punkte am Arbeitsbereich Bildung und Technik
- Daten zur Web2.0-Nutzung
/MediaPerspektiven (8/2007)
/JugendInternetMedienStudie (2007)
- Potenzial für Arbeitsbereich / Uni / eLearning / Verbesserung der Arbeit untereinander: Links sammeln, Paper schreiben,
- ...
Allgemeine öffentliche Diskussion
Web 2.0 als reines Schlagwort ("buzzword")? Marketing?
- Akzentuierung technischer Aspekte? (AJAX, Mashups, RSS..)
- Web 2.0 als Quantensprung vom Web 1.0 / World Wide Web? ... als Ergebnis eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses? (vgl. Maass / Pietsch 2007)
Tim Berners-Lee, der Begründer des WWW, sagt von dem Begriff Web 2.0 in einem IBM-Developer-Works-Podcast: „Ich denke, dass Web 2.0 natürlich ein Jargonausdruck ist. Es gibt nicht einmal jemanden, der weiß, was das bedeuten soll“ (I think Web 2.0 is of course a piece of jargon, nobody even knows what it means). Er vertritt die Ansicht, dass das angeblich „neue Netzverständnis“ des Web 2.0 in Wahrheit nichts anderes als das ursprüngliche Netzverständnis ist, das bereits dem Web 1.0 zugrunde lag (Web 1.0 was all about connecting people). (Wikipedia.de; Web 2.0)
O'Reilly, der 2005 den Begriff des Web 2.0 geprägt hatte, sprach zum Thema: "Was die Leute immer noch nicht vom Web 2.0 verstanden haben". So habe er den Eindruck, dass viele Menschen sich unter dem Begriff eine digitale Neuauflage des "Sommers der Liebe" vorstellen. Doch das neue Web sei weniger durch Hippie-Ideale als durch knallharten Wettbewerb geprägt. "Web 2.0 ist ein Schlachtfeld, in dem sich die Wettbewerber mit Zähnen und Klauen bekämpfen. (Heise News 05.11.2007 19:47)
Das Unternehmen [studi-VZ] wollte sich mit den neuen AGB zunächst auch die Erlaubnis einholen, den Mitgliedern Werbung per SMS oder Instant Messenger zu schicken. Das Unternehmen kippte den Passus jedoch wegen zahlreicher Beschwerden. Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte das Vorgehen von StudiVZ scharf kritisiert. Inzwischen verhandelten die Betreiber der Plattform mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix über datenschutzfreundlichere Regelungen. (Heise Newsticker 20.01.2008 17:49 )
O'Reilly: So würden heute noch viel zu wenige Datenquellen genutzt, um dem Kunden zu dienen. Der Verleger schlägt vor, zum Beispiel die Datenbanken von Banken und Versicherungen zu nutzen. "Wenn nicht klar ist, wer mein Freund ist, fragt mein Telefon." O'Reilly versteht nicht, warum die Firmen nicht die Verbindungsdaten ihrer Kunden nutzen, um daraus neue Dienstleistungen zu entwickeln. Ein anderes positives Beispiel sind für O'Reilly Autoversicherungstarife nach dem Prinzip: "Pay as you drive". Dabei wird von einem Bordcomputer automatisch ermittelt, welche Strecken der Versicherungskunde fährt – und die Versicherung berechnet aus den automatisch erhobenen Daten die Prämie des Kunden. Wem die Visionen des Web-2.0-Evangelisten als Albtraum von Datenschützern vorkommen, liegt nicht ganz falsch: So erhielt der Hersteller eines Pay-as-you-drive-Fahrtenschreibers vor Kurzem einen [http://www.bigbrotherawards.de/ Big-Brother-Award]. (Heise News 05.11.2007 19:47)
"Wenn Sie in 20 Jahren dieses Buch aufschlagen, etwa im Jahr 2025, leben Sie hoffentlich in einer Welt, in der die sozialen Ungerechtigkeiten, Kriege und Menschenrechtsverletzungen des frühen 21. Jahrhunderts weitgehend verblasst sind. In einer Welt, in der alle Menschen Zugang zu einem globalen Kommunikationsnetz haben, in dem Informationen aller Art ohne Einschränkung verändert, verbessert und verteilt werden dürfen. In einer Welt, in der jeder Mensch nicht nur Konsument, sondern auch Produzent von Wissen, Kunst und Kultur ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Informations- und Kommunikationsplattform Internet diese Welt möglich macht. Doch ich bin ebenso sicher, dass die alten Eliten alles tun werden, um zu verhindern, dass es dazu kommt. Ich habe dieses Buch geschrieben, um Möglichkeiten aufzuzeigen, sich direkt am Aufbau einer neuen, realdemokratischen Mediengesellschaft zu beteiligen." (Möller, Erik (2005): Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern, Heise)
[http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22342/1.html/ Social Phishing: Die dunklen Möglichkeiten der Social Software – ein Szenario], Harald Taglinger (telepolis 05.04.2006)- schade, Link funktioniert nicht mehr (AndreaLampe)
Persönlichkeits- und Datenschutz? Der sorgsame Umgang mit Daten spielt auch hier eine große Rolle, wie schon im bisherigen Internet der statischen html-Seiten. Ich habe mit einer Personalverantwortlichen einer großen Firma gesprochen. Sie sagte mir, das Datenfischen, um Persönlichkeitsprofile bei Stellenbewerbern zu erstellen bzw. zu ergänzen, sei mittlerweile Standard geworden. Und die Rolle, die Web 2.0 dabei spiele (sie nannte es anders, sie sprach von sozialen Netzwerken im Internet) nähme zu. (ThomasTrebing)
"[...] Auf der anderen Seite befürchtet man dagegen einen neuen Internet-Hype (vgl. z.B. FAZ 2007), da bisher nur die wenigstens Web 2.0-Unternehmen nennenswerte Umsätze generieren. So ist es selbst bekannten und stark frequentierten Webseiten wie YouTube bislang noch nicht gelungen, die hohen Besucherzahlen mit einem tragfähigen Geschäftsmodell zu verknüpfen (vgl. z.B. Heise 2007). Offenbar besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen den bislang nur begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten im Web 2.0 einerseits und dem dennoch hohen Interesse der Praxis an den in diesem Kontext diskutierten Anwendungen und Geschäftsmodellen andererseits." (Maass / Pietsch 2007: 1)
Das Problem der Qualität der 'Amateurinhalte' und möglicher negativer Effekte des Mitmachinternets auf Kultur und Wirtschaft diskutiert (z.T. polemisch) Andrew Keen, "The cult of amateur. How today's internet is killing our culture and assaulting our economy". Übrigens, weiß jemand, wer eigentlich z.Z. mein Exemplar des Buches hat ;)? ThomasTrebing
